Projektinfo

Im Projekt RHINODIAGNOST arbeiten international anerkannte Forschungszentren und marktführende Medizintechnik-Unternehmen an einer koordinierten morphologisch-funktionellen Diagnostik für HNO Ärzte. Die RHINODIAGNOST-Services werden organisiert als schnell funktionierendes Netzwerk, in welchem wichtige neue Entscheidungshilfen, wie 3D Modelle und Strömungssimulationen, für HNO Ärzte und Radiologen zusätzlich zur bisherigen Information zur Verfügung gestellt werden.

Ca. 11% der europäischen Bevölkerung leiden an einer Behinderung der Nasen-atmung oder chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden pro Jahr mehr als 100.000 Operationen an der Nase oder den Nasennebenhöhlen durchgeführt, denn die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist für betroffene Patienten ähnlich hoch wie bei chronischen Lungenerkrankungen oder Diabetes. In den USA werden sogar ca. 500.000 Operationen pro Jahr durchgeführt. Die gegenwärtig übliche Diagnostik der Nasenfunktion ist nicht aussagekräftig genug, daher liegt die Fehlerrate bei Operationen nach Schätzungen zwischen 10% und 40% (sinuwave).

Die diagnostische Qualität basiert gegenwärtig primär auf der Qualität der Ausbildung des praktizierenden Arztes und dessen Erfahrungen im Umgang mit speziellen Krankheitsbildern. Die funktionelle Diagnostik bedient sich dabei Methoden der medizinischen Bildgebung, wie zum Beispiel der Computer- oder der Magnetresonanztomographie, um eine fundierte Diagnose zu ermöglichen. Leider beinhalten solche Analyseverfahren jedoch keinerlei Informationen über die Atembehaglichkeit eines Patienten, welche sich über strömungsmechanische Parameter definiert. Häufig findet die Rhinomanometrie zur Bestimmung des Atemwiderstands bei der Inspiration Verwendung um erweiterte Aussagen über das Respirationsvermögen eines Patienten zu treffen. Darüber hinaus erlauben mittlerweile aktuelle Entwicklungen im Bereich der numerischen Strömungsmechanik und des Hochleistungsrechnen, patienten-individuell computergestützte Strömungsvorhersagen zu treffen, um die anatomische Lokation einer Pathologie zu detektieren bzw. einzugrenzen. Der daraus resultierende Informationsmehrwert eröffnet Operateuren die Möglichkeit ihre Operationsplanung individuell zu adaptieren und die Erfolgschancen von OPs zu erhöhen sowie Behandlungstherapien anzupassen. Leider haben solche Methoden auf Grund Ihrer Komplexität und ihrer Kosten noch nicht Eingang in den Klinikalltag gefunden.

Zur Verbesserung dieser Situation soll innerhalb dieses Projektes die Implementierung eines NOSE-Service Center (NSC) vorbereitet werden, welches erweiterte Möglichkeiten der funktionalen Diagnostik bietet und ein Netzwerk an Servicepunkten (National Relay) bereitstellt.

 

Projektdauer: 1. September 2017 bsi 31. August 2020

Förderprogramm: COIN/IraSME

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